1928: Mitarbeit bei "Monde"

Gleichzeitig in Paris und in München erscheint "L’œuvre"/"Das Werk", der letzte der Holzschnittromane Masereels; Mitarbeit an der Zeitschrift "Monde" von H. Barbusse bis 1935; Ausstellung im Kunstverein in Leipzig.


Brief Hans Reisigers an Frans Masereel vom 7. Juli 1928

“Ich habe durch Kurt Wolff zu meiner großen Freude den Auftrag erhalten, die Einleitung zur deutschen Erstausgabe Ihres ‘L’œuvre’ zu schreiben. Ich soll dabei besonders auch nicht nur im Allgemeinen Geist und Art Ihrer Kunst schildern, sondern vor allem den gegenständlichen Sinn diese Bilderfolge - ihre stoffliche Bedeutung - erläutern, da K. Wolff, wohl mit einigem Recht, meint, dieses Werk sei für das breite Publikum nicht so ganz ohne weiteres faßlich. (...) Ich versuche also: Es handelt sich natürlich nicht um das Schicksal des Werks als solchen in der Welt - nicht um die Art, wie es aufgenommen und beurteilt wird, sondern in erster Linie darum, dass der Dämon des Werkes - der es geschaffen hat und es sogleich ist -, nun gleichsam wie ein Gulliver die Welt, in der und aus der er entstanden ist, noch einmal rekapituliert hat. Nur im Werk erlebt sein Schöpfer die Fülle der Welt - und der Geist, der das Werk geschaffen hat, steht nun nicht endgültig im Standbild gebannt, sondern er schweift wiederum durch alles Menschliche bis in die Sterne, in denen er sich traumhaft-spielend - mit großen Kugeln spielend - verliert - wie er ja schon im ‘Stundenbuch’ im Finale durch die Gestirne wanderte.” (Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar).