1941: Atelier in Avignon

Atelier im Papstpalast in Avignon; Masereel lernt Laure Malclès kennen; bei Herbert Lang in Bern erscheinen 25 Zeichnungen unter dem Titel "Danse Macabre"; Ausstellung in der Nationalbibliothek in Bogotá (Kolumbien).


Frans Masereel, Zeichnung zu "Danse Macabre", 1941

Manfred George über "Danse Macabre"

“Er, den wir in unserer Jugend verehrten für die Art, wie er unseren Gefühlen für Recht und Unrecht in der Welt seiner H9lzschnitte Platz gab, in jenen gezeichneten Fanfaren, die lodernd noch in unsere Träume wehten, hat sein Herz auch dem furchtbaren Geschehen dieser neuen Schreckenszeit nicht verschlossen. Mit einem grandiosen Furor hat er sich ihr hingegeben. (...) Masereels Knochenmann ist eine losgelassene Bestie par excellence. Von dem Augenblick an, da sie auf dem ersten Blatt ihren unheilbrütenden Totenschädel über den Horizont der Welt hebt, bis zum letzten, da das splitterige Scheusal boshaft hinter dem leeren Ladentisch einer Bäckerei hockt, ist der Masereelsche Tod ein rasendes Gespenst, das Fallschirm, Bombe, Torpedo als Reitgelegenheit benutzt, oder als Rattenfänger und Fahnenträger, als Brandstifter und Pferdetreiber einherzieht.” (“Aufbau” (New York) v. 18.12.1942).


Frans Masereel vor dem Pabstpalast in Avignon, 1941