1960 Ausstellung in der Paulskirche Frankfurt

"Joies de la Vie" (12 Holzschnitte); Beginn der Arbeit an den 20 Holzschnitten der Folge "Histoire de Fou"; Ausstellung in der Paulskirche in Frankfurt a.M.


Seit mehreren Jahren habe ich in steigendem Maße den Eindruck, dass wir eine ziemlich verrückte Zeit durchleben, und zwar in jeder Hinsicht. In geistiger wie in gefühlsmäßiger Hinsicht, ja sogar in technischer Hinsicht ist mir das Leben in unserer Zeit wie eine große Narrengeschichte erschienen. Eines Tages hatte ich die Idee, zunächst nicht einen Zyklus, sondern einen ersten Holzschnitt zu fertigen, dem ich dann ... eine ganze Serie folgen ließ; im ganzen habe ich 20 geschnitten. (...) Bislang gehörten die Künstler in gewisser Weise stets zur Avantgarde der Kultur; heute habe ich den Eindruck, dass wir, faßt man ins Auge, was überall in der Welt vor sich geht, ganz hinten marschieren. Und das ist natürlich bedauerlich. In dieser neuen Bildfolge ‘Histoire de Fou’ habe ich versucht, den Eindruck wiederzugeben, den ich von den Wandlungen in der heutigen Welt, vor allem auf wissenschaftlichem Gebiet, und von den Auswirkungen besitze, die sie auf die Menschen, das Herz und die Gefühle selbst der einfachsten unter ihnen haben, und deutlich zu machen, bis zu welchem Grad an Inkonsequenz die meisten Äußerungen der heutigen Zivilisation gediehen sind.” (Gespräche 1967, S. 234/236)


Frans Masereel und der holländische Regisseur Joop Huiskens bei Dreharbeiten zum Film, den Huiskens gemeinsam mit Theo Pinkus 1960 drehte.