1972: Frans Masereel stirbt am
3. Januar in Avignon

Frans Masereel stirbt am 3. Januar in Avignon; am 8. Januar Trauerfeier im Musée des Beaux Arts in Gent; Frans Masereel liegt begraben auf dem Friedhof von Sint Amandsberg, einer Gemeinde Gents.


Theodor Pinkus: Das Beispiel Frans Masereel

“Und wahrlich, Frans Masereel klärte auf. Er kämpfte als Künstler mit allen, die sich ihre Freiheit erringen wollten. Nie einer Partei zugehörig, nahm er immer Partei für die Ausgebeuteten. Wo sich Arbeiterorganisationen für konkrete Ziele bei Solidaritätsaktionen einigen konnten, war Masereel dabei, sei es im Kampf gegen den Krieg, bei Wirtschaftskämpfen und bei der Volksfront gegen den Faschismus. (...) Wer den Menschen Masereel kannte, verseht aber auch die unbändige Lebensfreude, die Begeisterung am Schönen und Glückvollen, die aus vielen seiner Einzel-Holzschnitte spricht. Es sind nicht ‘unpolitische Erholungsmomente’ seines Schaffens. Es ist hier die Seite des Lebens in Schwarz und Weiß oder in Gemälden festgehalten, die allen offen sein sollte. Masereel ist kein Utopist gewesen. (...) Masereels Kunst wird nie modeerstarrt werden. Dazu greift er in seiner Aussage viel zu tief und vielseitig ins erlebte Leben hinein. Er wird, nachdem der Tod die Mehrung seines Werkes nicht mehr zuläßt, mit der Fülle des Vollbrachten, in dem immer neue Bezirke zu entdecken sind, weiterleben. Das Engagement wird Vorbild bleiben und immer daran erinnern, dass hier ein Mensch gelebt und gewirkt hat, bei dem Theorie und Praxis, bei dem Kunst und Sozialismus eine Einheit bildeten.” (“PTT-Union” v. 20.1.1972)